Allgemeine Tips für Reisende in Indonesien


Geld
Essen und Trinken
Hygiene
Mögliche Gefahren und Probleme
Notwendige Impfungen
Packliste
Transport
Umgangsformen

 
Geld

Wieviel Geld soll man mitnehmen und vor allem in welcher Form?
Die Frage nach der Menge des  benötigten Geldes hängt stark von den persönlichen Bedürfnissen ab. Man kann in Indonesien mit zehn Mark am Tag gut auskommen, man kann aber auch richtig viel Geld ausgeben. Als Rucksacktourist ist man mit 20 bis 30 DM pro Tag jedoch gut beraten. Bis auf die Flugkosten sind in dieser Summe alle Kosten, die vor Ort anfallen, enthalten.

Die Frage nach der Form des Geldes ist relativ einfach zu beantworten. Das günstigste und bequemste ist es nämlich, wenn man mit der EC-Karte Geld am Automaten abhebt. Man hat automatisch den besten Wechselkurs (Interbank Rate) und die Gebühren sind minimal. Ich habe ca. vier Mark pro Transaktion bezahlt. Ein weiterer Vorteil der EC-Karte ist, daß man sich nicht mit den teilweise berüchtigten Geldwechslern einlassen muß. Geldautomaten gibt es in jeder größeren Stadt und die maximal abhebbare Geldmenge schwankt, je nach Automat, zwischen 400.000 und 600.000 Rupiah. Man sollte jedoch zur Sicherheit einige Travellerschecks in US-Dollar mitnehmen und vielleicht noch ein paar kleinere Dollarscheine als "Problemlöser".

Essen und Trinken

Um der häufigsten Reisekrankheit - dem Durchfall - vorzubeugen, ist es wichtig einige Regeln zu beachten.
Obst und Gemüse sollte man nur im ungeschälten Zustand kaufen und besondere Vorsicht gilt bei dem Genuss von Eis. Die berühmte Regel lautet: "Koch es, schäl es oder lass es". Es ist möglich sich den Magen an den Straßenständen (Warungs), aber auch in den Restaurants zu verderben. Dies ist aber nicht die Regel und man sollte sich dadurch nicht den Spaß an dem exotischen Essen entgehen lassen. Der vergeht einem nämlich nach ein paar Wochen von alleine, wenn man beginnt sich nach europäischer Kost zu sehnen.

Hygiene

Etwas gewöhnungsbedürftig sind die in Indonesien üblichen Toiletten. Hierbei handelt es sich um ein einfaches Loch im Boden mit Fußrastern zu beiden Seiten. Man muß sein Geschäft also im Hocken erledigen und mit einer Schöpfkelle nachspülen. Es gibt aber auch mittlerweile viele Kloschüsseln, allerdings nur in den seltensten Fällen mit funktionierender Spülung. Klopapier ist zwar fast überall erhältlich, wird aber üblicher Weise in Indonesien nicht benutzt. Stattdessen benutzt man die linke Hand und etwas Wasser. In vielen Fällen führt die Verwendung von Papier jedoch zur Verstopfung der Toilette, so daß man sein Klopapier auf andere Weise entsorgen muß, meistens sind kleine Abfallbehälter vorhanden. Man kann natürlich auch auf die indonesische Art umsteigen, was kein Problem darstellt, solange man sich danach gründlich die Hände wäscht.
Die typische indonesische Art sich zu waschen ist das Mandi. Man schöpft hierbei ,mit Hilfe einer Kelle, Wasser aus einem Wasserbecken und schüttet sich dieses über den Körper. Wichtig ist, daß das Wasserbecken nicht verunreinigt wird, dies gilt besonders wenn das Mandi auch von anderen benutzt wird. Duschen sind zwar in vielen Unterkünften vorhanden, allerdings oft mit nur ungenügenden Wasserdruck, so daß man sich schnell auf ein Mandi umstellt.

Mögliche Gefahren und Probleme

Indonesien ist im Allgemeinen ein sicheres Land, soweit man die Unruheprovinzen meidet. Dazu gehören Aceh im Norden Sumatras, die Molukken, Timur und Teile von Irian Jaya. Einen immer aktuellen Bericht zur Sicherheitslage erhält man auf der Homepage des Auswärtigen Amtes (siehe Linkseite).
Ein weit aus größeres Problem für Reisende kann die Korruption darstellen. Zwar hat sich seit der Abdankung Soeharto's vieles verbessert, aber trotzdem haben wir unsere eigenen negativen Erfahrungen gemacht. Insbesondere in Jakarta kann es passieren, daß man mal mit der Polizei oder anderen Behörden in Berührung kommt. Wenn man des Nachts in Jakarta unterwegs ist, sollte man immer seinen Pass dabei haben, andernfalls kann es bei einer Polizeikontrolle teuer werden. Wird man wegen eines angeblichen Vergehens angehalten, so ist es das Beste wenn man ruhig und höflich bleibt, auch wenn man zu unrecht beschuldigt wird. Falls man merkt, daß man um ein kleines Trinkgeld partout nicht herumkommt, sollte man dies auf dezente Weise klären, indem man z.B. fragt ob man "die Strafe" vor Ort zahlen kann.

Diebstahl kann in größeren Städten und in Touristenorten zum Problem werden. Es hat sich bewährt Dokumente und den größten Teil des Geldes in Bauchtaschen aufzubewahren, welche man unter der Kleidung trägt. Auf Bus- und Zugfahrten sollte man immer auf sein Gepäck achten. Wir haben von Fällen gehört, bei denen das Gepäck während der Fahrt aufgeschlitzt wurde.

Notwendige Impfungen

Zur Vorbereitung einer solchen Reise gehört, daß man sich in einem Tropeninstitut über die notwendigen Impfungen informiert. Die von mir aufgeführten Informationen können den Arztbesuch nicht ersetzen.
Folgende Impfungen sind zu empfehlen: 

-Hepatitis A+B

-Typhus

-Tetanus, Diphtherie und Polio (falls länger als 10 Jahre her)

-Japanische Enzephalitis (bei einem längeren Aufenthalt)

-Malariaprophylaxe

Beschränkt man sich auf Java und Bali ist es unter Umständen nicht nötig eine Malariaprophylaxe einzunehmen, am besten man erkundigt sich bei einem Tropeninstitut darüber. Allgemein kann man sagen, daß der beste Schutz die Mückenabwehr ist, denn gegen viele Krankheiten existieren keine Impfungen (z.B. Dengue-Fieber). Ein Moskitonetz und Mückenlotion sind also notwendig.

Packliste

Die folgende Liste führt das von mir mitgenommenen Gepäck auf, mit dem ich gut zu recht gekommen bin. Ein (x) soll bedeuten, daß man diese Gegenstände billiger in Indonesien erwerben bzw. nachkaufen kann.

2 kl. Handtücher (x)
2 Bettlaken (x)
2 lange Hosen
2 Hemden (x)
2 T-Shirts (x)
1 Bermuda Shorts (x)
1 Badehose (x)
1 Pullover (x)
1 dünne Regenjacke (x)
4 Paar Socken (x)
5 Unterhosen (x)
1 Paar Sandalen (x)
1 Paar feste Schuhe (x)
1 Paar Badelatschen (x)
Hut (x)
Nassrasierer
Aftershave
Zahnbürste und Zahnpasta
Kl. Spiegel
Antiseptische Seife (x)
Deo
Reisewaschmittel
Bürste (x)
Klammern
Sonnencreme
Mückenlotion
Moskitonetz (x)
Haarschneidemaschine
Fotoapparat
Besteck
Bauchtasche
Kopien aller Dokumente
Schreibzeug
kl. Gastgeschenke
Reiseapotheke
kl. Tasche oder Rucksack (x)
Schweizer Armeemesser
Schnur
kl. Taschenlampe (x)
Sonnenbrille
Tape gg.Löcher im Moskitonetz
Mülltüten (x)
Klopapier (x)
Buch
Reiseführer

Transport

Die Transportmittel in Indonesien sind im allgemeinen sehr billig, es sei denn, man wird über dem Tisch gezogen.
Bei einer Fahrt mit dem Taxi sollte man darauf bestehen, daß das Taxameter eingeschaltet wird. Weigert sich der Fahrer dies zu tun, einfach aussteigen und das nächste Taxi nehmen. Besonders an Flughäfen, Bahnhöfen und Busterminals kann es jedoch schwierig werden ein Taxi zu finden, welches das Taxameter einschaltet. In einer solchen Situation ist es das Beste ein paar Meter zu gehen und in einiger Entfernung vom Busterminal (oder was auch immer) ein Taxi anzuhalten. Die Ausreden, warum das Taxameter nicht eingeschaltet werden kann sind zwar manchmal wirklich lustig, aber meistens erlogen. Manchmal hilft aber alles nichts und man muß um dem Fahrpreis feilschen. Ein kleines Trinkgeld ist übrigens üblich, d.h. solange man nicht um den Preis feilschen mußte.
Die Kassierer in den öffentlichen Bussen neigen ebenfalls dazu, bei Fremden viel zu hohe Preise zu verlangen, wobei diese immer noch niedriger sind als in Deutschland. Hier gilt, nie fragen "How much?", sondern sich vorher über den Preis erkundigen. Da wir meistens in etwa über die Preise bescheid wußten, haben wir immer etwas mehr gegeben als üblich war. Wir wußten z.B., daß eine Fahrt mit dem Bemo auf Java etwa 500-600 Rp. kostet und haben dann einfach 1000 Rp. (ca. 25 Pf.) bezahlt.
Ganz anders sieht die Situation bei den Becak-Fahrern (Fahrradrikscha) aus. Diese sind nämlich in vielen Fällen obdachlos, besonders in den Großstädten. Hier sollte man nicht um die letzte Rupiah feilschen.

Umgangsformen

Es gibt einige Regeln, die beim förmlichen Umgang mit Einheimischen zu beachten sind. So ist z.B. die linke Hand völlig tabu, d.h. man gibt, nimmt und ißt nur mit der rechten Hand. Warum die linke Hand tabu ist, kann im Kapitel Hygiene nachgelesen werden. Des weiteren sollte man nie jemanden am Kopf berühren, da der Kopf als Sitz der Seele gilt und damit heilig ist. Auch die Hände während einer Unterhaltung in die Hüften zu stemmen, gilt als unfreundlich. 
Bei der Wahl der Kleidung sollte man bedenken, daß Indonesien, außer Bali, weitgehend islamisch ist. Der Islam in Indonesien ist zwar im Vergleich zu anderen islamischen Ländern relativ tolerant, trotzdem sollte man zumindest lange Hosen tragen. Im hinduistischen Bali ist eine freizügigere Kleidung kein Problem.