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Das
erste, was wir in Bogor gelernt haben ist: Frag niemals einen Bemofahrer
(Minibus) ob dein Zielort auf seiner Fahrroute liegt, denn er wird immer
mit ja antworten. Man braucht sich dann auch nicht zu wundern, warum
man der einzige Fahrgast ist. Denn aus dem Bemo ist plötzlich ein
Taxi geworden, und das natürlich zu einem Sonderpreis. Zumindest
sind wir so ohne Umschweife vom Bahnhof zum Wisma Ramayana gekommen,
unsere Unterkunft für die nächsten Tage.
Bogor
ist einer der Orte Javas, in dem es auch während der Trockenzeit
sehr oft regnet. So sind wir während unseres kurzen Aufenthaltes
von nur ein paar Tagen mehrmals von heftigen Regengüssen überrascht
worden. Aber gerade dieses feuchte Klima scheint eine der Voraussetzungen
für Bogor's Hauptattraktion, dem berühmten botanischen Garten
(Kebun Raya) zu sein.
Der ca. 80 Hektar große Garten
enthält über 15.000 verschiedene Pflanzenarten, darunter etwa
400 unterschiedliche Palmenarten. Viele Pflanzen sind hier in ungewohnt
riesigen Ausmaßen zu sehen. So z.B. uralte Bäume oder eine
Seerosenart, deren Blätter einen Durchschnitt von über einem
Meter erreichen. Innerhalb des Gartens befindet sich auch einer der
Präsidentenpaläste, welcher fast vollständig von Wasser
umgeben ist. Auf diese Weise kann das im Park des Palastes lebende Rotwild
nicht weglaufen. Das Rotwild wurde von den Holländern aus Europa
eingeführt, weil diese nicht auf ihren gewohnten Hirschbraten verzichten
wollten.
Auf Hirschbraten konnte ich zu diesem
Zeitpunkt noch ohne Probleme verzichten, auch wenn unser Besuch eines
sundanesischen Restaurants mein Verlangen nach europäischem Essen
eher verstärkte. Dies war das erste Restaurant, in dem ich ausschließlich
mit den Händen gegessen habe, denn in der vor allem in Westjava
weit verbreiteten sundanesischen Kultur ist es üblich mit den Händen
zu essen. Die typisch sundanesischen Gerichte waren mir allerdings vollkommen
unbekannt, so daß ich meine Wahl am Buffet nur nach dem Aussehen
der Speisen richtete. Wenn etwas lecker aussieht, muß es aber
nicht zwangsläufig auch lecker schmecken. Was auch immer ich da
gegessen habe, es hat nicht geschmeckt. Beim nächsten mal habe
ich dann doch lieber Sate (Fleischspieße in Erdnussoße)
in einem der Warungs gegessen.
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