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Nachdem wir wiedermal eine dieser anstrengenden und ewig dauernden Busfahrten (mehr als 50 km/h Spitzengeschwindigkeit waren nicht drin) auf uns genommen haben, sind wir dann doch irgendwann in Yogya angekommen. Yogyakarta ist ein autonomer Distrikt in Zentraljava, welcher für sein Kunsthandwerk und seine archäologischen Attraktionen bekannt ist. In der Stadt selbst kann man den Palast des Sultans von Yogyakarta bestaunen und typisch javanische Handarbeiten erwerben. Ob Batik, Silberschmuck, Wayang Kulit Puppen oder die traditionellen Krisdolche, in Yogya werden diese Dinge an jeder Ecke angeboten. Man sollte jedoch etwas Verhandlungsgeschick besitzen, denn wer nicht handelt bezahlt nicht nur einen völlig überhöhten Preis, sondern verliert auch sein Gesicht. Zirka 42 km nordwestlich von der Stadt liegt einer der größten buddhistischen Tempel der Welt - der Borobudur Tempel. Dieser wurde um 800 u.Z. erbaut und erst 1815, unter Vulkanasche begraben und vom Dschungel überwuchert, wiederentdeckt. Der Name Borobudur könnte möglicherweise aus dem Sanskrit Wort "Bara" (Kloster, Tempel) und dem balinesischen Wort "Beduhur" (über, oberhalb) entstanden sein. Die Bedeutung könnte also "Kloster auf dem Hügel" sein. Der Tempel soll das buddhistische Universum darstellen und ist somit in drei Sphären geteilt. Kamadhatu ist die Welt der einfachen Leute und wird durch dem Sockel des Tempels symbolisiert. In diesem sind 160 verdeckte Reliefs eingelassen, welche das Gesetz von Ursache und Wirkung darstellen. Rupadhatu ist die vorübergehende Sphäre in welcher der Mensch von weltlichen Dingen befreit ist. Sie wird durch die vier Galerien oberhalb des Sockels dargestellt. Jede der Galerien ist mit unzähligen Reliefs versehen, welche Geschichten der buddhistischen Mythologie erzählen. Arupadhatu ist die Sphäre der Götter, welche durch die drei Terrassen an der Spitze des Tempels repräsentiert wird. Auf den Terrassen sind insgesamt 72 Stupas, von denen jede eine Buddha Statue enthält. Der Tempel hat insgesamt 1.460 Reliefs und 504 Buddha Statuen. Nicht
weniger eindrucksvoll ist der Prambanan Tempel etwas außerhalb
von Yogya. Dieser hinduistische Tempelkomplex wurde ca. im 9. Jh. erbaut.
Der Haupttempel ist dem Gott Shiva gewidmet, während die kleineren
Tempel anderen hinduistischen Göttern gewidmet sind, so z.B. Brahma
oder Vishnu. An manchen Abenden dient der Prambanan Tempel als Kulisse
für die Ramayana Aufführung, welche man auf keinem Fall verpassen
sollte. Allein der Anblick des beleuchteten Tempels bei Nacht ist das
Eintrittsgeld wert. |