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Johannes Betz 1734,
Knaben - Schulmeister in Goeppingen 1807 - 1881
"Papa Betz" – so wurde der am 29. Januar 1881 verstorbene, lange Jahre in Goeppingen taetige Schullehrer Johannes Betz liebevoll genannt.
Johannes wurde am 16. April 1784 als Sohn vom Schumacher Joseph Betz und der Mutter Heinrike geborene Jung in Markgroeningen geboren.
Als 14-Jaehriger kam er aus Markgroeningen in die Stadt an der Fils, um bei einem Verwandten, einem Lehrer an der Maedchenschule, das Schulhandwerk
zu erlernen. Anschließend arbeitete er als Hilfslehrer in verschiedenen Orten. 1807 erhielt er an der Goeppinger Knabenschule die Stelle eines Hilfslehrers. Er heirate am 22. Oktober 1816 in Goeppingen seine erste
Frau Wilhelmina Dorothea Beck und stieg im gleichen Jahr zum Schulmeister auf. Johannes Betz war ein mit der Zeit gehender Paedagoge, er unterrichtete auch Faecher, die damals ueblicherweise nicht gelehrt wurden, so
zum Beispiel Erdkunde und Zeichnen.
Nach dem Tod seiner Frau am 6. Januar 1835, heiratete er am 10. Januar 1837 seine zweite Frau Susanne Catharine Gabler. Schon in jungen Jahren
hatte er sich den Ruf eines ueberzeugten Demokraten erworben. Er interessierte sich fuer die Idee von "Einigkeit, Recht und Freiheit fuer das deutsche Vaterland". Der Mitbegruender der Turngemeinde war in
der 1848er Zeit einer der Wortfuehrer der Demokratiebewegung in Goeppingen. Da er damit als "politisierender" Lehrer galt, stellte man ihm von staatlicher Seite einen Aufpasser zur Seite.
Wie sehr man ihn in Goeppingen jedoch schaetzte, zeigt die Tatsache, dass ihn zur gleichen Zeit, das war 1850, der Goeppinger Gemeinderat zum
Ehrenbuerger ernannte.
Johannes Betz (1784-1881)
Am 16. Mai 1827 erschien die erste Ausgabe der Goeppinger Lokalzeitung
"Intelligenz-Blatt fuer die Oberamtsstadt Goeppingen". Das Blatt im Umfang von vier Seiten erschien zweimal woechentlich jeweils mittwochs und samstags. Verlegt wurde
die erste Goeppinger Zeitung vom gelernten Baecker Andreas Schnarrenberger aus Faurndau. Als Redakteur des Blattes fungierte der demokratisch gesinnte Schullehrer
Johannes Betz. Schon im November 1827 musste Betz aufgrund seiner demokratischen Einstellung gehen. Der Verleger Schnarrenberger uebernahm jetzt auch die redaktionellen Aufgaben.
Anders als heute enthielt die fruehe Lokalpresse keine Lokalberichterstattung. Der
Inhalt gliederte sich in zwei Teile, der erste bestand aus "Privat-Bekanntmachungen", der zweite umfasste Nachrichten aus aller Welt, Raetsel und kurze Erzaehlungen. Vor
dem Druck musste die jeweilige Zeitungsausgabe dem Oberamt zur Pruefung, d. h. Zensur, vorgelegt werden.
1829 wurde die Zeitung in "Wochenblatt fuer die Oberamtsstadt und den Bezirk
Goeppingen" umbenannt. Erst 1894 erschien die Goeppinger Zeitung taeglich. Unter der Rubrik "Hiesiges" wurde jetzt auch verstaerkt ueber Ereignisse in der Stadt und in den Oberamtsgemeinden berichtet.
Titelseite der No. 1 der ersten Goeppinger Zeitung.
Quelle: http://www.goeppingen.de/servlet/PB/menu/1101592_pcontent_l1/navigate109514293 4875.html
Kinder von Johannes Betz aus erster Ehe:
Wilhelmine Heinrike Sophie * 19.09.1817 Sophie Dorothea * 05.11.1818 Zwillinge Christiane Friderike * 05.11.1818
Wilhelmine Luise Friderike * 24.06.1820 Wilhelmine Dorothe * 09.01.1822 Carl Peter Ludwig * 22.09.1823 Paul Heinrich * 12.06 1825
Quelle:
Familienregister Goeppingen 1808 ff, Band 1, Seite 182
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