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Bestandteile eines Wappens
Wichtigster Bestandteil eines Wappens ist der Schild: Nur das in einen Schild gestellte Bild kann als Wappen
angesprochen werden. Der Schild wechselte seine Form im Laufe der Geschichte vom `normannischen´ Schild ueber die Dreiecksform, den tartschenfoermigen Schild und die barocke Kartusche zu dem heute ueblichen, unten halbkreisfoermigen Rundschild, der sich fuer die Aufnahme komplizierter und gegliederter Wappenbilder besonders eignet.
Bei den Schildbildern unterscheidet die Heraldik zwischen zwei
grossen Gruppen, den `Heroldsbildern´ und den `gemeinen Figuren´. Die Heroldsbilder sind nichts anderes als eine durch Linien bewirkte Verteilung von Farbflaechen auf dem Schild. Alle Schildbilder, die nicht durch teilende Linien entstehen, heissen in der heraldischen Fachsprache, der Blasonierung, `gemeine Figuren´. Dazu gehoeren saemtliche Lebewesen, Phantasiegebilde und Gegenstaende aller Art, Heroldsstuecke und gemeine Figuren koennen im Wappen beliebig kombiniert werden.
Helm, Helmzier und Helmdecke Ein
weiterer
Bestandteil des Wappens ist der Helm mit seinem heraldischen Schmuck, der Helmzier und den Helmdecken. Wie der Schild so wandelte sich auch der Helm mit der Mode und der Ruestungstechnik vom Topfhelm bis zum Buegelhelm. Fuer buergerliche Wappen wird ausschliesslich der Stechhelm verwendet, da der Spangenhelm ab dem 15. Jahrhundert zum groessten Teil in adeligen Familienwappen zur Differenzierung gegenueber dem buergerlichen Familienwappen verwendet wird. In der Helmzier werden in der Regel die Schildfiguren wiederholt und oft ergaenzt durch Hinzufuegung von Geweihen, Bueffelhoernern, Federbueschen oder Fluegeln usw. Die Helmdecken leiten sich wohl vom ledernen Nackenschutz der hochmittelalterlichen Helme ab. Sie werden heute besonders raumfuellend und dekorativ gestaltet, in Baendern oder Blattwerk dargestellt; sie wiederholen in der Regel die Hauptschildfarben des Wappens, wobei das Metall (Gold und Silber) innen, die Farben (Schwarz, Rot, Gruen und Blau) immer aussen stehen sollen. Gold wird oft als Gelb, Silber als Weiss dargestellt. Silber wird auch als Leerfeld gezeigt.
Bedeutung der Farben. Von
grosser Bedeutung fuer die Wappen sind die Farben. Es gibt
Wappen ohne Bilder - eine geometrische Flaechenaufteilung des Wappens - aber kein Wappen ohne Farben. Die Heraldik kennt nur eine bestimmte Zahl von Farben, genauer Metalle und Farben.
Unter `Metall´ versteht man in der Heraldik Gold
und Silber, die als Gelb und Weiss wiedergegeben werden. Unter `Farben´ versteht man in der Heraldik Schwarz - Rot - Gruen - Blau. Ausnahmsweise koennen menschliche Figuren in der Heraldik `natuerlich´, also hautfarben dargestellt werden. Die heraldische Farbregel bestimmt nun, dass `Metall´ nicht neben oder auf `Metall´ und `Farbe´ nicht neben oder auf `Farbe´ zu stehen kommen darf. Eine `farbig´ Figur darf also nur in einem `metallenen´ Feld stehen.
Wappenbeschreibung oder Blasonierung Die
Wappenbeschreibung
oder der Fachausdruck - Blasonierung - soll dem kundigen Leser die Moeglichkeit geben, das Wappen in Form und Farbe zu rekonstruieren. Dabei ist zu beachten, dass in der Heraldik die Seitenangaben immer vom Standpunkt des Schildtraegers und nicht von dem des Betrachters angegeben werden. Die Blasonierung darf nichts ueberfluessiges enthalten; sie muss so exakt und so kurz wie moeglich gemeldet werden.
Die Wappenbegruendung Die
Wappenbegruendung ist ein ganz wichtiger Bestandteil Ihres Familienwappens. Nur durch die Wappenbegruendung
koennen spaetere Generationen die Symbole und Farben im Wappen deuten und verstehen. Wie die Vergangenheit zeigt, koennen wegen fehlender Wappenbegruendung sehr viele alte Familienwappen nach den dargestellten Symbolen nicht mehr verstanden und gedeutet werden, soweit es sich nicht um redende Wappen handelt. Es ist deshalb zu empfehlen, dass die Wappenbegruendung immer beim Familienwappen in der Wappenrolle oder im Wappenbrief bleibt.
Regeln und Grundsaetze fuer die Erstellung eines Familienwappens
Familienwappen werden ausschliesslich nach der vaeterlichen Stammreihe erstellt. Bei der Erstellung
eines Familienwappens sollen nicht mehr als zwei der unten aufgefuehrten Punkte heraldisch umgesetzt werden. Die nachstehend aufgefuehrten Punkte werden nach der Reihen- und Rangfolge, von oben nach unten, beruecksichtigt.
Wenn moeglich, symbolische Umsetzung des Familiennamens
Symbolische Umsetzung der Herkunfts-, der Heimatregionen und
/ oder der Geburtsorte der Vorfahren
Symbolische Umsetzung von traditionellen Berufen, Besonderheiten in der Familie
Geburtsort und / oder Heimatregion des Wappenstifters
Beruf des Wappenstifters
Darf ein namensgleiches Wappen angenommen werden?
Findet man
ein Wappen unter einem bestimmten Namen, ist zu pruefen, ob ein genealogischer Zusammenhang mit der Familie besteht. Namensgleichheit allein berechtigt nicht, ein bereits bestehendes Wappen zu uebernehmen. Es ist der Nachweis der direkten Abstammung im Mannesstamm von dem urspruenglichen Wappenfuehrer erforderlich. Voraussetzung dafuer ist eine eingehende Familienforschung. Allerdings ist nur ein kleiner Teil aller jemals gefuehrten Wappen registriert bzw. veroeffentlicht.
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