Mi. 19.07.2005
Einen Monat spaeter, der Kampf um den Parkplatz haelt an, vor einem Jahr berichteten wir von dem Milonenstand der seit 16 Jahren hier auf diesem Parkplatz seinen Stand aufbaut, dieses Jahr bekommt er keine Erlaubniss da diese Familie noch Gerichtsverfahren wegen Camorraverhalten offen hat.
Trotzdem ist die gesamte Familie an diesem Platz interessiert da es ein guter Umschlagplatz fuer Drogen ist; wenn sich die Drogenabhaengigen hier treffen und die Autos abkasieren ist es fuer den Deaaler leichter aber der Marokaner stoert.
Man brannte ihm seinen Stuhl und den Sonnenschirm ab und auch unser Auto musste daran glauben, es ging in Flammen auf.
Es ist unglaublich da der Parkplatz seit zwei Jahren mit Kameras und Micro ueberwacht wird, das gegenueberliegende Haus bewohnt von Polizei, Carabinieri, Finanz usw.
Wie kann das alles moeglich sein fragt man sich, es ist moeglich wenn man sich die Muehe macht und zwischen 05.00-07.00 Uhr morgens den Parkplatz beobachtet auch dieser Wohnblock wird von Unbekannten mit Koerben und Reisetaschen besucht.
So wird Polizei und alles andere mit Drogen beliefert und niemand sieht was.
Und ich bin der Meinung das dies nicht nur auf der unteren Stufe passiert oder bei Kleinbuergern es fuehrt bis ganz hoch zu den Politikern und nicht nur in Italien wie bekannt ist.


Mo. 20.Juni
Wie ein Mafia-Clan geboren wird.

Oft haben genau die welche die Kriminalitaet bekaempfen sollten, wesentliche Verdienste an der Geburt von Clans.
Ein gutes Beispiel scheint mir der Aufstieg von Mustafa.
Mustafa, er ist Marokaner und lebt mit regolaerem "permesso di soggiorno " (Aufenthaltserlaubnis) in Italien.
Mustafa ist Bodybuilder, er lebt auf einer Baustelle in Salerno seit er vor ca. einem Jahr von Neapel uebergesiedelt ist.
Geschaefte scheinen im Vordergrund seiner Interessen zu stehen. Er handelt mit CD's ( Raubkopien) und macht Parkwaechter (ohne Genehmigung).
Oefters faehrt er nach Maroko und holt Waren (?) die dann seine marokanischen Freunde verkaufen. In dem Jahr in dem Mustafa in Salerno ist hat er sich einiges aufgebaut. Drei oder vier seiner Landsleute verkaufen fuer Ihn, ein Anderer macht mit ihm Parkwaechter, zwei Prostituierte sind eng mit ihm befreundet.
Wie Mustafa erzaehlt musste er aus Neapel raus da er zuviele Schlaegereien hatte, aber auch in Salerno verteidigt er das was er fuer seines haelt mit Faeusten, Todschlaegern, Flaschen und Steinen. Mustafa fordert auf dem Parkplatz am Lungomare Colombo, auf welchem keine Parkgebuehren vorgesehen sind, selbst von den Anliegern Parkgebuehren. Da Mustafa und sein Spezie ihren Forderungen mit Drohungen durchsetzen, kommt oeftersmal die Polizei auf den Parkplatz. Ueblicherweise rufen die Leute hier wohl die Polizei aber unterschreiben keine Anzeige, Mustafa geschieht also nichts und er wird noch selbstsicherer. Am Vormittag des Sonntag 12.06. machte ein einheimischer Drogenabhaengiger den Parkplatz. Als Mustafa und sein Kollege kamen da der Italiener nicht gehen wollte schlug Mustafa ihm ein blaues Auge. Es kam wohl die Polizei aber da der Drogenabhaengige keine Anzeige unterschrieb kam Mustafa ungeschoren davon.
Am Abend des 16.06. parkten vier Jungs und zwei Maedchen 2 Autos auf dem Parkplatz, Mustafa verlangte Parkgebuehren. Als diese nicht bezahlen wollten wurden sie von Mustafa und seinen Kollegen bedroht. Einer der Italiener zog das Handy um die Polizei zu rufen, Mustafas Helèr zog einen Stock mit Metalkappe aus seinem kleinen Rucksack und schlug dem Jungen damit auf die Schulder, als das Handy zu Boden fiel steckte der Marokaner es sich ein.
Die Kids mittlerweilen eingeschuechtert baten darum das Handy zurueck zu bekommen, der Marokaner warf es ihnen vor die Fuesse. Die Italiener hoben das Handy auf und verliessen den Parkplatz. Fuer Mustafa und Spezie war die Sache aber noch nicht abgeschlossen, sie sammelten grosse Steine ein, schlugen Flaschen ab und rannten den Kids hinterher, es began ein wildes rennen.

Innerhalb weniger Minuten kam die Polizei mit vier Streifenwagen und einer Zivilstreife. Die Marokaner wurden von der Polizei mitgenommen. Nachdem wie ueblich keiner eine Anzeige unterschrieb, konnte sich Mustafa mit seinem Spezie und einer der Prostituierten wieder auf dem Parkplatz presentieren. Mustafa geht aus der Geschichte gestaerkt hervor, die Leute haben jetzt noch mehr Angst vor ihm und somit steigen nicht nur seine Einnahmen sondern auch sein Ansehen.
Mustafa ist ein Aufsteiger in der Szene.

Artikel von Bernd Schulz














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