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Thema Bildungs Vorsorge: Sparen für die Uni

 
BILDUNGS-VORSORGE Sparen für die Uni Ein Studium kostet ein Vermögen, wenn bald saftige Gebühren fällig werden, erst recht. Sollen Eltern schon früh Geld dafür zurücklegen? Im Prinzip ja, raten Experten. Aber die stark beworbenen Ausbildungsversicherungen sind nicht unbedingt die beste Lösung.

Dass die meisten Bundesländer zügig Studiengebühren einführen wollen und eine akademische Ausbildung noch teurer wird, macht vielen Eltern Sorgen. Deshalb fangen sie schon bald nach der Geburt ihres Kindes an, Rücklagen für die spätere Ausbildung zu schaffen. Ein gezielter Vermögensaufbau hilft dabei mehr als jahrelanges Einzahlen auf ein Sparbuch. DPAEintritt für die Uni: Künftige Gebührenhöhe ungewiss Nach aktuellen Zahlen des Deutschen Studentenwerks (DSW) in Berlin kostet ein Hochschulstudium, das in der Regelstudienzeit absolviert wird, im Schnitt derzeit rund 42.000 Euro. Diese Summe erfasst aber nur die Lebenshaltungskosten, und Ende Januar hat das Bundesverfassungsgericht den Weg für die Einführung von Studiengebühren frei gemacht. Derzeit sprechen die Bundesländer vorwiegend von Gebühren von 1000 Euro pro Jahr. Je nachdem, welche Modelle realisiert werden, könnten für ein Studium dennoch bis zu 20.000 Euro zusätzlich anfallen, rechnet DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heide vor. Und wie sich die Gebührenhöhe in den Folgejahren oder -jahrzehnten entwickelt, ist völlig offen. 'Das Gefühl der Unsicherheit, gerade was die Bildungschancen der Kinder angeht, hat sich verstärkt', sagt Peter Grieble, Geldanlage-Experte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart. Es sei daher kein Wunder, dass viele Eltern verstärkt mit dem Sparen für die Ausbildung begonnen hätten. Geeignet sind laut Grieble alle Anlageformen, die auch zum allgemeinen Vermögensaufbau dienen. Verbraucherschützer und Vermögensverwalter raten Anlegern, sich nicht nur auf die so genannten Ausbildungsversicherungen zu stützen, die Banken und Versicherungen anbieten. 'Dabei handelt es sich im Grunde um eine gewöhnliche Kapital bildende Lebensversicherung, in die monatlich feste Raten eingezahlt werden', sagt Grieble. Studieren oder Tennisprofi werden? Der Experte bemängelt die fehlende Flexibilität dieser Produkte: 'Ich habe einen festen Zeitpunkt für die Auszahlung, weiß aber doch nicht auf den Monat genau, wann ich das Geld brauche.' Das mache auch ein schnelles Reagieren auf sich ändernde Lebenspläne schwierig. 'Vielleicht will mein Sohn dann ja gar nicht mit 20 studieren, sondern mit 15 Tennisprofi werden.' Die Stiftung Warentest in Berlin weist darauf hin, dass die Ratenzahlung schnell zur Belastung werden kann, wenn sich die finanziellen Verhältnisse verschlechtern. Bei Laufzeiten von 20 Jahren sei das heute nicht ausgeschlossen. 'Und wenn ich so eine Police vorzeitig auflösen will, bekomme ich nur raus, was ich eingezahlt habe', warnt Lutz Gebser, Vorstandsmitglied im Verband unabhängiger Vermögensverwalter (VUV) in Frankfurt. DPAStudiengebühren: Einschneidende Veränderung Zudem behalte das Versicherungsunternehmen einen Teil des Geldes für Verwaltungsgebühren und Vertriebsprovisionen ein. Je älter das Kind schon ist, desto weniger lohne daher der Abschluss einer Ausbildungsversicherung, bilanziert die Stiftung Warentest. Auch aus anderen Gründen ist ein früher Einstieg ratsam: Je weniger Geld monatlich für die Sparrücklage übrig ist, desto früher sollten Eltern oder Großeltern mit dem Einzahlen beginnen, rät Peter Grieble. Zu klären sei am Anfang, wann das Kind über das Geld verfügen soll und wie viel die Eltern im Rahmen ihrer eigenen Vermögensverhältnisse jeden Monat zur Seite legen können. Und Lutz Gebser hält vor allem ein 'diszipliniertes und regelmäßiges Ansparen' für wichtig. Peter Grieble rät dazu, die Sparanlage auf den Namen des Kindes zu führen: 'Das Kind hat ja keine eigenen Einnahmen, verfügt aber über einen eigenen Sparerfreibetrag'. Die Eltern selbst müssten vielleicht einen Teil versteuern, wenn sie über dem Freibetrag liegen. Der Nachteil, die Anlage auf den Namen des Kindes zu führen, ist banal: 'Das Geld gehört dann auch dem Kind, sobald es volljährig ist. Wenn es will, steckt es das dann vielleicht lieber in ein sportliches Auto als in ein Studium', sagt Grieble. Aktien sind eine Frage der Risikoneigung Andere Ansparformen bringen in der Regel höhere Renditechancen als die Ausbildungsversicherung. Eine Möglichkeit sind handelsübliche Banksparpläne mit Laufzeiten von bis zu 25 Jahren, erklärt der Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) in Berlin. Auch hier zahlt der Anleger monatlich per Dauerauftrag eine feste Rate ein. Wie die Ausbildungsversicherungen sind Banksparpläne in der Regel aber wenig flexibel, denn sie haben feste Laufzeiten, so die Stiftung Warentest.   Gebühren-Übersicht: Klicken Sie auf die Länder, um mehr über die Gebührenpläne der Landesregierungen zu erfahren. Für stärker risikobereite Anleger kommen laut BVR auch jederzeit verfügbare Fondssparpläne in Frage, zumindest als Beimischung. Daneben kommen Tagesgeldkonten, Bundeswertpapiere oder Aktienfonds in Betracht. 'Günstig ist es, die Anspargelder auf verschiedene Anlageformen zu verteilen. Welche Formen in welcher Mischung am besten zu mir passen, hängt aber vor allem von meiner persönlichen Risikoneigung ab', so Grieble. Die Stiftung Warentest rät bei Fonds wegen ihrer hohen Renditemöglichkeiten vor allem zu breit streuenden, internationalen Aktienfonds. Lutz Gebser plädiert dafür, nicht nur die Risiken, sondern auch die Renditemöglichkeiten von Aktienanlagen zu sehen: 'Bei einem langen Anlagezeitraum schlägt ein Aktienfonds alle anderen.' Für ein Vorhaben wie das Sparen für die Ausbildung des Kindes treffe dies zu. 'Je länger der Anlagehorizont ist, desto weniger schwanken Anlagen in einem Aktienfonds.' Von Thorsten Wiese, gms

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