Hier könnt Ihr allgemeine Informationen über die mongolische Rennmaus finden.....

 

ein Steckbrief:

Wissenschaftlicher Name Meriones unguiculatus aus der Familie der Cricetidae (Wühler)
Herkunft aus den kargen Steppengebieten der Mongolei
Sozialverhalten Rennmäuse sind gesellige Tiere und sollten mit mindestens einem Artgenossen gehalten werden. Keine Einzelhaltung!
Nicht empfehlenswert ist die Haltung einer Rennmaus mit anderen Nagern, da hier das Risiko schwerer Beißereien besteht.
Aktivität Rennmäuse sind tag- und nachtaktiv. Ihr Wach-Schlaf-Rhythmus liegt bei 2-4 Stunden.
Lebenserwartung Die domestizierte Rennmaus wird etwa 2-4 Jahre alt.
Größe Die Rennmaus wird zwischen 18 und 28 cm groß, wobei das Verhältnis von Körper- und Schwanzlänge etwa 1:1 beträgt.
Haltung Die Rennmausgruppe wird optimalerweise in einem Aquarium oder Terrarium gehalten. Dabei richtet sich die Größe der Unterkunft nach der Zahl der Tiere in der Gruppe (siehe unten).
Ernährung Körner, diverse Obst- und Gemüsesorten, Eiweißfutter, Wasser sowie getrocknetes Heu und getrocknete Kräuter (siehe unten)

 

Woher kommt die mongolische Rennmaus?

 

Wie der Name schon sagt, stammt die mongolische Rennmaus aus den kargen Steppengebieten der Mongolei. Dort herrscht ein trockenes Kontinentalklima mit teilweise extremen Temperaturschwankungen. Die Rennmaus ist somit von Natur aus an Hitze und Kälte angepasst. Sie verträgt allerdings feuchtes Klima nicht so gut, dies gilt vor allem, wenn die Einstreu naß geworden ist - hier droht schnell ein Schnupfen gefolgt von einer Lungenentzündung.

 

Was ist vor dem Kauf zu beachten?

 

Wenn Sie sich Rennmäuse ins Haus holen wollen, müssen Sie sich darüber im Klaren sein, dass diese von Ihnen abhängig sind. Daher sollten Sie sich ausreichend über diese Tiere informieren.

Stellen Sie bitte vorher sicher, dass Sie keine Allergien gegen diese Tiere haben. Alle im Haushalt lebenden Personen müssen mit dem Kauf einverstanden sein.

Auch wenn die Rennmaus eigentlich nicht zu Krankheiten neigt, sollten Sie dennoch damit rechnen, dass Sie eventuell einen Tierarzt aufsuchen müssen.

 

Wie lebt die Rennmaus?

 

Rennmäuse sind von Natur aus sehr gesellige Tiere und leben am Liebsten im Familienverband. Auch die domestizierte Rennmaus sollte niemals alleine gehalten werden – dies ist Tierquälerei. Sie sollten die Rennmaus mit wenigstens einem Artgenossen halten. Das Zusammensetzen mit anderen Nagern sollte unterbleiben, da damit das Risiko schwerer Beißereien besteht.

Da Rennmäuse zur Familie der Wühler gehören, lieben sie es geradezu, unterirdische Tunnel zu bauen. Ihre Zugehörigkeit zur Familie der Nager zeigt bereits, dass sie ganz begeistert an allem Nagen, was ihnen unter die Zähne kommt.

 

Was sollte man der Rennmaus zur Beschäftigung bieten?

 

Die Unterkunft

 

Die Rennmausgruppe zieht am besten in ein Aquarium oder Terrarium ein. Bis zu 3 Tiere können in einem Aquarium der Größe 80x35x40 gehalten werden. Sollten Sie sich für ein Aquarium entscheiden, denken Sie bitte daran, dass Rennmäuse auch springen können; eine Abdeckung aus Holz und feinmaschigem Hasendraht oder aus Lochblech sollte daher nicht fehlen.

 

Als Richtgröße kann folgende Einteilung gelten:

Aquagröße darin lebende Renner
80x35x40 bis zu 3 Renner
100x40x50 4 - 6 Renner
110x40x50 7 - 8 Renner
120x40x50 9 Renner

 

Grundsätzlich gilt: Je größer das Becken ist und je mehr Renner in ihm leben, umso größere ist auch die Gefahr von Revierbildungen und daraus resultierenden Beißereien. Daher empfiehlt es sich für "Rennmaus-Anfänger", nur 2 Rennmäuse in einer Gruppe zu halten. Größere Gruppen sollten nur erfahrene Rennmaushalter beherbergen, da hier Kenntnisse über das Rennmausverhalten nötig sind, um drohende Keilereien zu verhindern.

 

Die Einrichtung

 

Um den neuen Mitbewohnern die Möglichkeit zu bieten ihrem natürlichen Trieb zu folgen, sollte die Einstreuhöhe wenigstens 10 cm - besser jedoch 15-20 cm -  betragen. Darüber hinaus sollten genug Materialien zum Zernagen zur Verfügung stehen; dazu eignen sich Dinge wie Klopapierrollen, Knabberhölzer (aus der Zoohandlung oder dem eigenen Obstgarten) oder Kabob (Baumwollschoten).

Zum Schlafen sollten Sie den Mäuschen Holzhäuschen anbieten. Es eignen sich jedoch auch Baumstammtunnel, die in gut sortierten Zoohandlungen zu bekommen sind.

Da Renner gerne zusammen mit ihren Mitbewohnern im Nest kuscheln, sollten Sie auch an ausreichend Nistmaterial denken. Hier können Sie der Rennmaus Klo- oder Küchenpapier, Servietten (nicht farbig!!), Heu und Taschentücher anbieten. Nicht empfehlenswert ist allerdings Hamsterwatte, da das Risiko besteht, dass die Rennmäuse sich in ihr mit den Füßen verfangen und dabei die Durchblutung gestört wird.

Rennmäuse sind reinliche Tiere, die ausgiebig ihr Fell pflegen. Daher sollten Sie ihnen eine mit Sand (Chinchilla- oder Vogelsand) gefüllte Schale zur Verfügung stellen, die für ein ausgiebiges Bad genutzt werden kann - und auch häufig als Toilette missbraucht wird. Der Sand in dieser Schale sollte alle 2-3 Tage erneuert werden.

Rennmäuse lieben die Abwechslung. Tauschen Sie daher häufiger die „Spielsachen“ wie Schaukeln, Treppen oder Wippen aus. Die Rennmaus wird es Ihnen danken.

Plastik hat wegen seiner gesundheitsschädlichen Eigenschaft im Rennerheim nichts verloren.

 

Wovon ernährt sich die Rennmaus?

 

Die wilde Rennmaus lebt in kargen Steppengebieten. Dort hat sie von Natur aus einen abwechslungsreichen Speiseplan. Daher ist es wichtig, unseren Heimtieren verschiedene Futterbestandteile wie Körner, Eiweißfutter, verschiedene Obst- und Gemüsesorten, getrocknetes Heu und getrocknete Kräuter anzubieten.

 

Das Grundfutter

 

Im Fachhandel gibt es fertig gemischtes Rennmausfutter. Alternativ können Sie auch Nager- oder Meerschweinchenfutter anbieten. Rennmäuse neigen zur Verfettung; daher sollten Sie daran denken, bei Fertigmischungen aus dem Handel überflüssige Fettträger wie Sonnenblumen- oder Pinienkerne auszusortieren.

Sie können auch selbst Ihr Futter mischen, indem Sie beispielsweise Kanarienfutter mit Grassamen (als Futter ausgewiesen!) und Trockengemüse anreichern. Sonnenblumenkerne und Konsorten können Sie als Leckerlis ab und an reichen – ihre Rennmäuse werden dann leichter zahm.

 

Das Saftfutter

 

An frischem Saftfutter können Sie Gurken-, Zucchini- und Karottenstücke sowie Apfelstückchen reichen. Salat aus dem Supermarkt ist meist sehr nitrathaltig und sollte deshalb nur selten gefüttert werden.

Nicht verfüttert werden sollten: Konservendosenessen für Menschen (Gewürze, die evtl. nicht vertragen werden), alle Arten von Kohl (kann zu Blähungen und Bauchschmerzen führen), Zitrus- und Südfrüchte (die Säure kann zu Durchfall führen), Eibe/Kastanien/Kartoffeln/Sauerampfer (sind giftig), Auberginen, Rhabarber, Nadelgehölze (verkleben die Zähne), Eicheln (können zu Verstopfung gefolgt von blutigem Durchfall und Bauchschmerzen führen), Milch (Renner vertragen den Milchzucker nicht und reagieren leicht mit Durchfall) und Spinat/Tomaten (darin enthaltene Oxalsäure fördert bei Säugetieren die Nierensteinbildung), Bohnen (wirken blähend); außerdem sollten Kräuter/Früchte, die allgemein als giftig gelten, nicht an Rennmäuse abgegeben werden.

Auch wenn Rennmäuse in der Natur ihren Wasserhaushalts durch Saftfutter aufrechterhalten, sollte unseren Mitbewohnern trotzdem eine Schale mit Wasser oder eine Trinkflasche angeboten werden – natürlich an einem höheren Standort wie einer Etage, damit er nicht zugebuddelt wird. Nach Auskunft unserer Tierärztin wäre es für die kleinen Nager optimal, stilles Mineralwasser zu bekommen; Wasser aus der Leitung ist häufig mit Schwermetallen oder Chlor belastet. Bei Nagerwasser ist zu erwähnen, dass lange Lagerzeiten Algenbildung begünstigen können; diese Algen schaden den Kleinsäugern.

Damit die possierlichen Tierchen mit ausreichend Mineralien versorgt sind, sollten Sie zusätzlich einen Mineralstein zur Verfügung stellen.

 

Das Eiweißfutter

 

Rennmäuse haben in ihrer natürlichen Umgebung die Möglichkeit, Insekten und Würmer zu verspeisen. Gelegentlich sollten daher Mehlwürmer, Heimchen oder Heuschrecken auf dem Speiseplan stehen. Dies gilt insbesondere bei trächtigen und stillenden Mäusedamen.

 

Getrocknetes Heu und getrocknete Kräuter

 

Getrocknetes Heu bekommen Sie im Fachhandel von verschiedenen Herstellern. Dabei sind teilweise neben den Stielen und Blättern auch Blüten enthalten. Eine gute Ergänzung bietet der "Chinchilla-Blütengarten" von JR Farm, der vorwiegend Blüten enthält, die die kleinen Freunde sehr gerne zerlegen und teilweise auch verspeisen; zudem riecht er auch noch sehr angenehm natürlich.

Getrocknete Kräuter können Sie entweder selbst herstellen - dann allerdings darauf achten, dass die Kräuter nicht mit Abgasen und/oder Spritzmitteln in Berührung gekommen sind - oder aber fertig kaufen. Hier eigenen sich besonders getrockneter Löwenzahn, Pfefferminze und Melisse.

 

Wie ist das mit dem Auslauf?

 

Sie sollten Ihren tierischen Mitbewohnern wenigstens einmal pro Woche Auslauf gönnen. Tasten Sie sich jedoch erst langsam daran, die Rennmäuse frei im Zimmer laufen zu lassen. Wie ihr Name schon sagt, können diese süßen Tierchen sich wahrlich zu Flitzepfeilen entwickeln, die sich dann nicht freiwillig von Ihnen wieder in ihre Behausung zurücksetzen lassen. Geben Sie den Zwergen zunächst Gelegenheit, in einem fest abgegrenzten Umkreis zu laufen. Diesen können Sie dann nach und nach erweitern, wenn die Rennmaus zahmer wird. Hier können Sonnenblumenkerne als Bestechungsleckerlis sehr hilfreich sein.

Denken Sie bitte ebenfalls an den natürlichen Trieb der Rennmaus, alles anzunagen. Stellen Sie daher sicher, dass Ihre Schützlingen nicht an Kabel und Steckdosen kommen; das könnte für Ihre Kleinen tödlich enden.

 

Wie vergesellschaftet man Rennmäuse?

 

Aus verschiedenen Gründen kann es nötig sein, Rennmäuse zu vergesellschaften; sollten Sie zwei oder mehr sich fremde Tiere in einem Aquarium zusammensetzen wollen, müssen Sie vorher vergesellschaften. Dazu eigenen sich 2 Methoden:

 

Die Kleinraummethode

 

Setzen Sie die zu vergesellschaftenden Tiere zunächst in der Badewanne zusammen, damit Sie beobachten können, ob sich die Zwerge verstehen. Sollten Beißereien entstehen, müssen Sie die Parteien trennen. Dabei ist es unerlässlich, Arbeitshandschuhe zu tragen, da Sie sonst im Eifer des Gefechts gebissen werden könnten. Falls es hier zu keinen Keilereien kommt, setzen Sie die Tiere für wenigstens 48 Stunden in eine mit Kleintierstreu gefüllte Transportbox. Bedenken Sie jedoch, dass die Tiere hier keinen Raum haben, um sich aus dem Weg zu gehen; sollte es nun zu Beißereien kommen, müssen Sie wieder mit Handschuhen bewaffnet eingreifen. Nach den 48 Stunden können Sie die Tiere in einer Unterkunft in geeigneter Größe unterbringen.

 

Die Trenngittermethode

 

Hier fertigt man zunächst aus Holz und Hasendraht ein doppelseitiges Gitter an, mit dessen Hilfe man ein zuvor gereinigtes Aquarium teilt. Die zu vergesellschaftenden Tiere werden nun auf die beiden Hälften des Aquariums aufgeteilt. So können sich die Rennmäuse zwar sehen und riechen, nicht jedoch beißen. Nun setzt man mehrmals täglich die Rennmäuse auf die jeweils andere Seite, damit sie langsam einen gemeinsamen Sippengeruch annehmen können.

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