

MBC “Elbe Dessau” e.V.
über 50 Jahre Motorsport in Dessau
Nachdem die Strecke, auf der das Rennen ausgetragen werden sollte festgelegt, vermessen und abgenommen war, konnten die organisatorischen Vorbereitungen für das 1.Internationale Dessauer Motorbootrennen auf dem bis zum heutigen Tage traditionsreichen Elbe-Kornhaus-Kurs und die damit zu erwartenden Schwierigkeiten beginnen. Mit Hilfe der Sektion Motorrennsport des Deutschen Sportausschusses Berlin und mit der Unterstützung des Rates der Stadt Dessau sowie der Dessauer Pioniere unter Leitung ihres Kommandeurs, Herrn Oberstleutnant Harder, wurden alle Schwierigkeiten erfolgreich überwunden. Dem Start am 25. August 1957 unter der Federführung und Leitung des Motorsportclubs Dessau stand nun nichts mehr im Wege. Aber auch hier bewahrheitete sich das alte Sprichwort: "Der Teufel steckt im Detail'. Der uns von der Sektion Motorrennsport Berlin zugesagte Rennleiter, der zu unserer Unterstützung am 25. August erscheinen sollte, war bis zum Start des ersten Rennens noch nicht eingetroffen. Auf Beschluß der Rennleitung und zur Einhaltung des Zeitplanes wurde dann mit einigem bangen das Rennen auch ohne Berliner Hilfe begonnen.
Der gegen Mittag aus Berlin eintreffende Rennleiter stellte dann auch keine Verstöße gegen die bestehenden internationalen Bestimmungen fest und gratulierte uns zum guten Start. Auch der Vizepräsident des am 2. Juni 1957 in Berlin gegründeten Allgemeinen Deutschen Motorsportverbandes Herr Woitina, der als Gast dem 1. Dessauer Motorbootrennen beiwohnte, sprach sich lobend über die Organisation und den guten Ablauf der Veranstaltung aus.
Am Start waren 42 Fahrer aus 3 Nationen, die sich auf die Klassen E 01, JU, BU, J, A, B und C aufteilten und die sich nach Abschluß des Rennens bei der Siegerfeier anerkennend über die Strecke und die Betreuung aussprachen.
Damit war auch schon der Grundstein für ein nächstes Rennen gelegt. Und so fand im Juli 1958 das 2. Internationale Dessauer Motorbootrennen auf dem Elbe-Kornhaus-Kurs statt. Beteiligt hieran waren wieder 3 Nationen mit 40 Fahrern. Die Klassen JU und BU wurden international nicht mehr ausgeschrieben und entfielen somit aus dem Programm. Neu aufgenommen wurde dafür die in der DDR entwickelte Rennbootklasse LX (Rennboote mit Einbaumotoren) als nationale Klasse im Programm, die auch mit immerhin schon 5 Booten am Start erschien.
Der Gründer dieser neuen Klasse, die vorerst von der Internationalen Föderation, der UIM, nur als nationale Klasse anerkannt wurde, war der vor langer Zeit verstorbene Sportsfreund Paul Lessner, Berlin. Die Notwendigkeit zur Schaffung einer neuen Einbau-Rennbootklasse ergab sich aus der Tatsache, dass der Erwerb von Rennmotoren aus dem westlichen Ausland auf Devisenschwierigkeiten stieß. Da die Boote dieser neuen Klasse aber von dem Fahrer und Bootsbauer Bernhard Danisch und auch teilweise im Eigenbau hergestellt wurden und als Rennmotoren die in Eisenach gebauten Wartburgmotoren Verwendung fanden, konnte der Materialengpass beseitigt werden. Das bestätigte später auch der starke Zuwachs an Fahrern in dieser Klasse.
Erfreulich für die Rennleitung war es, dass sie jetzt auf die Erfahrungen des ersten Rennens zurückgreifen konnte, wodurch erhebliche Erleichterungen auftraten. Die zum ersten Rennen gebildete Rennleitung konnte mit geringen personellen Veränderungen auch seine gute Arbeit bis zum Jahre 1974 fortsetzen. Hier traten dann erstmals die sich hinderlich auswirkenden, größeren personellen Veränderungen auf.

1951 - 1960

