

MBC “Elbe Dessau” e.V.
über 50 Jahre Motorsport in Dessau
Auch der Veteranensport war durch besondere Unterstützung durch den damaligen Clubvorsitzenden, dem Direktor des ehemaligen VEB Instandsetzungsbetriebes Dessau, sehr aktiv. Mit örtlicher Unterstützung wurde in Dessau-Waldersee eine Werkstatt eingerichtet, wo unter Anleitung fachkundiger Clubmitglieder Jugendliche ihre fahrbaren Untersätze reparieren und pflegen konnten. Diese Sektion beteiligte sich auch mit Unterstützung aller Clubmitglieder an der vom ADMV ins Leben gerufenen Pannenhilfe an den einzelnen Wochenenden auf der Autobahn. Hier war dem Club der Autobahnabschnitt von Brehna bis Niemegk von der Bezirksleitung zugeteilt worden.
Besonders gute Arbeit leistete die Sektion Wasserski. Diese errichtete sich in Eigenleistung und mit Unterstützung des VEB Elektromotoren Werk Dessau am Löbnitzsee ein eigenes Clubheim sowie eine Trainings- und Wettkampfstätte für Slalomlauf und Wasserskispringen. Auf dieser Anlage wurden mehrere DDR-Jugendmeisterschaften ausgetragen, wobei auch die Sektion des MC Dessau mehrfach die Meister stellte. Besonders hervorzuheben ist hier die Arbeit des Verstorbenen Sportsfreundes Heinz Ebert, dem die Sektion durch seinen unermüdlichen Einsatz seine Wettkampfstätte und seine sportlichen Erfolge verdankt. Dank dieser hervorragenden Arbeit wurde die Wettkampfstätte vom ehemaligen Verband zu einem Stützpunkt für die Jugendarbeit im Wasserskisport erklärt.
Zur Arbeit der Sektion Motorbootrennsport etwas zu sagen, hieße Eulen nach Athen zu tragen. Die Leistungen dieser Sektion spiegeln die Berichte der einzelnen internationalen Motorbootrennen in Dessau wieder. Die Arbeit findet auch ihre Würdigung in der Übertragung von Europa- und Weltmeisterschaften durch die Internationale Föderation an den MC Dessau, vertreten durch die Sektion Motorbootrennsport.
Die Vielzahl der Arbeiten ließ aber nicht viel Zeit zur Ruhe, denn für das Jahr 1967 wurde der MC Dessau wiederum mit der Durchführung einer Europameisterschaft in der Klasse A bis 250 ccm betraut. Bei dem sehr gut eingearbeiteten Rennleitungskollektiv machte das Rennen mit 98 Fahrern aus 9 Nationen, darunter allein 30 Fahrer in der Klasse A, nicht mehr allzuviel Mühe, denn die Arbeit wurde langsam zur Routine.
Kaum war das Rennen endgültig abgeschlossen, übertrug das Präsidium des ADMV dem MC Dessau die Ausrichtung der 1. Weltmeisterschaft der Klasse LX 1 000 bis 1 000 ccm für das Jahr 1968. Es war die erste Weltmeisterschaft in dieser Klasse, die von der damaligen DDR im Jahre 1958 ins Leben gerufen wurde. Die Vergabe dieser 1. Weltmeisterschaft in dieser Klasse, an unseren Verband beweist, dass die Arbeit des MC Dessau von der UIM hoch anerkannt wurde. In hohem Maße hat hierzu die geleistete Arbeit des Clubs und die Förderung des Rates der Stadt Dessau durch die Stiftung des wertvollen Wanderpokals beigetragen. Als Schirmherrn für diese Veranstaltung konnten wir den ehemaligen Staatssekretär und 1. Stellvertreter des Ministers für Außenhandel, Herrn Horst Scholz aus Berlin, Gewinnen. Auf Grund dieser Tatsache, als auch der angekündigte Besuch des Generalsekretärs der UIM, Herrn Thomas aus Brüssel, ergab sich für die Stadt Dessau und das Rennkollektiv eine besonders schwere und umfangreiche Arbeit, zumal der Besuch des Herrn Thomas in einem sozialistischen Land seit Bestehen der UIM der Erste war und er sich speziell die DDR und Dessau ausgesucht hat. Sein Besuch sollte der Orientierung in der DDR, insbesondere aber der Arbeit unseres Verbandes und damit auch der des MC Dessau dienen. Das war Veranlassung genug für uns, die Vorbereitung auf sehr hohem Niveau durchzuführen, um den guten Ruf, den sich der Elbe-Kornhaus-Kurs bisher erworben hatte, zu rechtfertigen. Zu diesem Zweck erarbeitete die Rennleitung erstmalig im Motorbootrennsport den gesamten Vorbereitungs- und Durchführungsablauf in Form einer Netzwerkplanung, die beim Verband und dem DTSB sowie der UIM großen Anklang fand und uns bei den Vorbereitungen und der Durchführung der Veranstaltung eine große Hilfe war.
So konnte das Rennen um den Weltmeisterschaftstitel in dieser Klasse am 7. Juli 1968 um 13.00 Uhr mit dem ersten Wertungslauf angeschossen werden. 20 Fahrer aus 5 Nationen stellten sich dem Starter, der nach drei Läufen mit je 12 Runden zu 2000 m den Italiener Carlo Casalini vor Engelhardt und Weise aus der DDR abwinken konnte.
Hier sei es dem Chronisten gestattet, eine Anmerkung zur damaligen Wertung zu machen, da sich diese Auslegung maßgeblich auf die Standsicherheit der Motoren und nicht so sehr auf die Spitzengeschwindigkeit auswirkte. Der Artikel 851.3 der UIM besagt, dass die Rennen zur Weltmeisterschaft der Inbordrennboote in drei Wertungsläufen stattfinden und die Plazierung sich aus der Addition der Zeiten aller drei Läufe ergibt. Einem Teilnehmer, der während eines Laufes ausscheidet oder nicht an ihm teilnimmt, wird als Fahrzeit die Zeit des Ersten plus 5 eine Minute angerechnet. Das bedeutet, dass ein ausgefallener Fahrer in einem Lauf kaum noch eine Chance hat, in der Kampf um den Titel einzugreifen. Wie richtig diese Theorie ist, wird der Bericht über die 2. Weltmeisterschaft beweisen. Ein kleines Geschehen am Rande des Rennens beweist aber auch, dass die Mitglieder der Rennleitung allen Vorfällen gewachsen waren, die zwar nicht das Rennen unmittelbar betrafen, aber doch dazu beitrugen, den ausländischen Gästen und dem offiziellen Vertreter der Internationalen Föderation, Herrn Thomas, zu demonstrieren, dass wir notfalls auch nachts die kleinsten, aber sicher in diesem Fall notwendigsten Dinge, regeln können..

1961 - 1970
