MBC “Elbe Dessau” e.V.

über 50 Jahre Motorsport in Dessau

Was war geschehen? Vizepräsident Herr Woitina fuhr gemeinsam mit dem Rennleiter zum Flughafen Berlin-Schönefeld, um den Gast abzuholen. Die am späten Abend aus Prag kommende Maschine brachte zwar Herrn Thomas, aber nicht seine Koffer mit. Nach mehreren Rückfragen konnte festgestellt werden, dass die Koffer beim umstieg von einer niederländischen Maschine in Prag nicht mit verladen wurden und dort stehen geblieben sind. Die Koffer konnten erst am Vormittag des nächsten Tages vom Flughafen Berlin-Schönefeld abgeholt werden. Ohne Gepäck traf der Gast gegen 21.00 Uhr verspätet zu dem vorbereiteten kleinen Empfang im Hotel "Central" in Dessau ein. Da Herr Thomas nur seinen Aktenkoffer bei sich hatte, fehlten ihm alle persönlichen Sachen, wie Schlafanzug, Waschzeug usw. Der Rennsekretär, Sportsfreund Druschke, wurde auf diesen unglücklichen Umstand hingewiesen und besorgte alle fehlenden Sachen, so dass Herr Thomas gegen 22.30 Uhr wieder im Besitz der notwendigsten Dinge war. Er war außerordentlich erfreut darüber und konnte es kaum fassen, dass in der damaligen DDR die Beschaffung solcher Dinge nachts möglich war. Diese kleine Episode möge als Beweis für die Beweglichkeit unserer Sportfunktionäre gelten und machte auf unseren Gast einen hervorragenden Eindruck.

Im Jahre 1969 ging die 2.Weitmeisterschaft der Klasse LX 1000 wiederum nach Dessau. Diesmal stellten sich 19 Fahrer aus 7 Nationen der Konkurrenz, darunter auch zwei Fahrer des MC Dessau, die zwischenzeitlich sehr viel an den Motoren gebaut haben, um diese standfester zu machen. Ebenfalls am Start war der Italiener Carlo Casalini, der mit seinem leistungstarken 120 PS-Ford-Brabbam-Motor im Vorjahr diesen Titel erringen konnte. Aber die hohe Geschwindigkeit, die er auch diesmal fuhr, half ihm nicht viel, denn ein Fahrer wurde Weltmeister, dessen Motor zwar nicht so schnell lief, der aber standfester war und alle drei Wertungsläufe in Zeit und Wertung beenden konnte. Dieser Mann war unser Sportsfreund Rudi Königer. Er fuhr alle drei Wertungsläufe gleichmäßig durch, während sein größter Konkurrent, Sportsfreund Casalini einen Wertungslauf wegen eines Defektes an der Maschine nicht beenden konnte. Hier half die bei der Schilderung der 1. Weltmeisterschaft erwähnte Regelung der Wertung dem Fahrer mit der sichersten Maschine zum Erfolg. Sportsfreund Königer konnte es gar nicht fassen, dass er Weltmeister geworden ist. Erst als ihm der Siegerkranz umgehängt wurde, ist sein Sieg zur Gewißheit geworden.

Außer der Weltmeisterschaft wurden noch internationale Rennen in den Klassen OJ, OA und OC ausgetragen, so dass an dieser Großveranstaltung 83 Fahrer aus 9 Nationen teilgenommen haben.

Das für das Jahr 1970 geplante internationale Motorbootrennen mußte leider ausfallen, da es wegen Terminschwierigkeiten nicht im internationalen Rennkalender aufgenommen werden konnte.

1961 - 1970