

MBC “Elbe Dessau” e.V.
über 50 Jahre Motorsport in Dessau
Das 10. Internationale Dessauer Motorbootrennen brachte aber auch in technischer Hinsicht eine Neuerung. Nach Artikel 220 Signalgebung, Buchstabe c) der UIM erfolgte der Start mit einer Startuhr mit einem Durchmesser von 2 m, die bisher überall mechanisch betrieben wurde. Wie die Erfahrungen der Rennleitung über einige Jahre zeigte, gab es nach dem Rennen unliebsame Diskussionen wegen unterschiedlicher Zeitermittlung, da einige Fahrer die Startzeit der mechanisch betriebenen Uhr mit den Werten ihrer eigene Stoppuhren verglichen. Hierzu ist zu bemerken, dass nach den internationalen Rennbestimmungen allein die Zeit der Startuhr verbindlich ist. Dieser Umstand bewog die Rennleitung, nach einer besseren Möglichkeit zu suchen, die eine sichere Startzeit gewährleistet und die Möglichkeit von Frühstarts weitestgehend ausschaltet. Sportsfreund Manfred Roenicke, Mitglied der damaligen Rennleitung und verantwortlicher Starter, baute die mechanisch betriebene Uhr nach mehreren Versuchen in mühevoller Kleinarbeit und schwieriger Materialbeschaffung so um, dass sie elektrisch betrieben werden konnte und einen gleichmäßigeren Lauf erreichte. Das heißt, die vom Stromnetz gespeiste und mit einer Batterie gepuderte Uhr wurde in der letzten Minute vor dem Start durch einen Knopfdruck in Gang gesetzt und zeigte nach Ablauf von einer Minute den Start an. Hierdurch wurde ein genauer und gleichmäßiger Gang der Uhr erreicht und die früheren Startschwierigkeiten weitgehend vermieden. Der MC Dessau war zu dieser Zeit der einzige Besitzer einer solchen Uhr, die auf Veranlassung des ADMV auch zu anderen Rennen innerhalb des Verbandes ausgeliehen wurde.
Später wurde diese Uhr vom Sportsfreund Werner Kürzel dahingehend erweitert, dass auch die fünf Minutentafeln über der Uhr in das elektrische System mit einbezogen wurden. Das bedeutete, dass fünf Minuten vor dem offiziellen Start das Uhrwerk durch Knopfdruck in Gang gesetzt wurde und dadurch im Abstand von jeweils einer Minute die Tafeln für die fünfte bis zur zweiten Minute fielen und mit dem Beginn der letzten Minute die Uhr anfing zu laufen. Nach Ablauf der letzten Minute fiel die letzte Tafel, ein Böllerschuß wurde ausgelöst und damit der offizielle Start angezeigt. Laut internationalem Reglement war die Startuhr grundsätzlich maßgeblich für den Start, während der Böllerschuß nur zur Unterstützung diente. Diese Uhr wird, da sie sich hervorragend bewährt hatte, auch heute noch bei jedem Rennen eingesetzt. Mit einer gründlichen Auswertung wurde das 10. Internationale Dessauer Motorbootrennen abgeschlossen.
Viel Zeit zur Ruhe gab es nicht, denn der Club befaßte sich nicht nur mit dem Motorbootrennsport. Seit seiner Gründung im Jahre 1957 mit 16 Mitgliedern ist er ständig gewachsen und hat zwischenzeitlich eine Stärke von ca. 250 Mitgliedern erreicht. Vorsitzender ist zu dieser Zeit der vor einigen Jahren verstorbene Sportsfreund Erwin Poser geworden, während Geschäftsführer Sportsfreund Hans-Friedrich Dresche, der bei der Gründung in dieses Amt gewählt wurde, bis zum Jahre 1980 diese Funktion ausübte. Darüber hinaus war er lange Jahre in der Rennleitung des Clubs als Rennsekretär tätig. Die Mitglieder des Clubs zeigten unterschiedliche motorsportliche Interessen, so dass die Bildung folgender Sektionen erforderlich war:
- Automobilralleysport
- Zweiradralleysport
- Motor-Touristik
- K-Wagensport
- Kfz - Veteranensport
- Motorbootrennsport
- Wasserski
Die Sektion Ralleysport führte eigene Veranstaltungen in Dessau durch und ihre Mitglieder nahmen an Bezirks- und DDR-offenen Veranstaltungen teil. Dabei wurden beachtliche Ergebnisse erzielt.
Der K-Wagensport, der sehr eng mit dem damaligem “Haus der Jungen Techniker” am Georgengarten, sowie mit dem zu dieser Zeit in der Kühnauer Straße stationierten Nachrichtenbatailion der NVA zusammen arbeitete, das große materielle und finanzielle Hilfe leistete, erzielte besonders mit der Jugend beachtliche Erfolge und konnte Bezirksmeister stellen und gute erste Plätze bei DDR-offenen Veranstaltungen belegen. Die von dieser Sektion auf der Mulduferrandstraße durchgeführten jährlichen K-Wagenrennen fanden bei der Bevölkerung großen Anklang.
Der Versuch, den Motor-Cross-Sport in Dessau im Jahre 1962 heimisch zu machen, schlug nach zwei Versuchsrennen im Gelände von Kühnau fehl und wurde aufgegeben.
Die Motor-Touristik führte jährliche Fuchsjagden im Bezirksmaßstab, Bildersuchfahrten und Sternfahrten zu den verschiedenen Motorbootrennen in der DDR, der CSSR und Ungarn durch. Weiter wurden mit Hilfe der Dessauer Kfz-Betriebe, der Verkehrspolizei und der Versicherung Lichttests, und Kfz-Untersuchungen für jedermann durchgeführt..

1961 - 1970
