

MBC “Elbe Dessau” e.V.
über 50 Jahre Motorsport in Dessau
Für das Jahr 1984 legte das Generalsekretariat des ADMV ohne Absprache mit den einzelnen Fachkommissionen fest, dass Rennen zur Einzelmeisterschaft und internationale Rennen getrennt durchzuführen sind. Im Ergebnis dieser Festlegung sollte also in Dessau am 23. Juni der zweite Lauf zur DDR-Einzelmeisterschaft und am 24. Juni ein internationales Rennen (nur Fahrer aus dem sozialistischen Ländern) durchgeführt werden. Und hier zeigte sich, dass der Elbe-Kornhaus-Kurs von unseren ausländischen Gästen nicht ganz abgeschrieben war, den außer den Fahrern unseres Verbandes gaben 25 Fahrer aus der CSSR, Polen und Ungarn für diese Rennen ihre Nennung ab. Dieses Nennungsergebnis war gegenüber anderen Rennen in der DDR ein Rekordergebnis mit insgesamt 88 Fahrern und bewies einmal mehr die Beliebtheit des Elbe-Kornhaus-Kurses in Dessau.
Die Freude über das gute Nennungsergebnis wurde aber stark gedämpft, da Sportsfreunde, die für das internationale Rennen gemeldet hatten, nur als Zuschauer am nationalen Rennen teilnehmen konnten, da ständige Sturmböen und starker Wellenschlag den Start in Dessau verhinderten. Auch das Warten bis zur Mittagszeit, in der Hoffnung das Wetter würde umschlagen, war umsonst. Schließlich wurde das Rennen durch die Rennleitung abgesagt, da die Sicherheit der Fahrer im Vordergrund steht.
Und so kann es dann, dass das 22. Internationale Dessauer Motorbootrennen erst im Jahre 1985 als nationales Rennen durchgeführt werden konnte. Es war der vierte Lauf zur DDR-Einzelmeisterschaft und zur Juniorenmeisterschaft. Außerdem wurde der ADMV-Pokal ausgetragen. Es wurde auch der Wanderpokal des Rates der Stadt Dessau der Klasse R 1 bis 1000 ccm - mit dessen Stiftung am 14. Mai 1959 die damalige Oberbürgermeisterin Frau Maria Dank viel zur Förderung der im Stiftungsjahr noch jungen Klasse beigetragen hat - bei diesem Rennen bereits zum 16. Mal ausgetragen. Auch der Wanderpokal des MC Elbe Dessau in der Klasse OB bis 350 ccm wurde wieder vergeben. In diesem Jahr wurde auch entsprechend dem Beschluß des Präsidenten des ADVM die Klasse R 1 in die Leistungsklassen I und II aufgeteilt. Die Leistungsklasse I sollte stets die besten zehn Fahrer dieser Klasse aufnehmen und um Punkte für die DDR-Meisterschaft kämpfen, während die Bestenermittlung in der Leistungsklasse II durchgeführt wurde, die alle übrigen Fahrer sammelte. Ein jährlicher Wechsel der besten Fahrer der Leistungsklasse II in die Leistungsklasse I, bzw. der Abstieg der schlechtesten Fahrer von Leistungsklasse I nach II wurde vorgesehen.
In der 22-jährigen Renngeschichte des MC Elbe Dessau gibt es aber nicht nur Erfreuliches zu berichten. Der Sportsfreund Ralf Geist, Fahrer der Klasse OC bis 500 ccm und Mitglied der Nationalmannschaft, wurde vom ADMV zu einem internationalen Rennen nach Jedownice(CSSR) delegiert. Dort ist er kurz nach dem Start zum ersten Lauf auf eine Welle seines Vordermann aufgelaufen, gekentert und von einem nachfolgenden Fahrer überfahren worden. Seine Verletzungen waren tödlich. Seine Beisetzung erfolgte unter Teilnahme vieler in- und auslßndischen Sportsfreunde auf dem Friedhof in Dessau-Kühnau.
Nicht unerwähnt darf in diesem Zusammenhang die gute Arbeit der beiden Rennärtze Dr. Petzold und Dr. Weins in den Jahren 1982 bis 1989 bleiben. Diese erstreckte sich nicht nur auf die ärztliche Versorgung der Fahrer bei den Dessauer Rennen, sondern trug auch in erheblichen Maße zur Durchsetzung von Maßnahmen auf dem Gebiet der Sicherheit für die Fahrer bei den einzelnen Rennen innerhalb der DDR bei. So untersuchte Dr. Petzold den Entwicklungsstand des Motorbootrennens, ermittelte die physische Belastung auf den Organismus des Fahrers beim Rennen, analysierte die beim Wettkampf auftretenden Gefahrenmomente und deren Entwicklung in den Jahren von 1976 bis 1984. Er untersuchte die Maßnahmen, die zur Vermeidung von Unfällen vorgeschrieben waren und legt Schlußfolgerungen für die Diskussion der sportmedizinischen Betreuung vor. Diese hervorragende Arbeit wurde durch ihre Veröffentlichung im Jahre 1986 in der Fachzeitschrift “Medizin und Sport” Heft 26 gewürdigt..

1981 - 1990
