


MBC “Elbe Dessau” e.V.
über 50 Jahre Motorsport in Dessau
Die Tradition des Dessauer Motorsports geht auf den Straßenrennsport zurück. Als die Einwohner des zerstörten Stadt dabei waren, die Trümmer des zweiten Weltkriegs zu beseitigen, dachten bereits einige Enthusiasten über
motorsportliche Veranstaltungen nach. Das Ergebnis dieses Nachdenkens und des unermüdlichen Wirkens trotz vieler materieller Schwierigkeiten war das 1. Dessauer Automobil- und Motorradrennen im Jahr 1949 auf der bekannten Rekordstrecke der
Autobahn bei Dessau, das bis 1956 durchgeführt wurde. An der Rennstrecke standen jährlich bis 160.000 Zuschauer aus Dessau und Magdeburg. Als Überschuss aus dem Renngewinn konnten für den Bau des Stadions “Paul Greifzu” beträchtliche
Mittel zur Verfügung gestellt werden.
Das 7. Dessauer Rennen im Jahr 1957 allerdings erhielt durch das Ministerium des Innern in Berlin keine Genehmigung mehr, da der internationale Verkehr auf der Autobahn immer mehr zunahm und
diese nicht mehr gesperrt werden konnte. Die Rennleitung um den unermüdlichen Nestor des Dessauer Rennsports Rudolf Hartung wollte das große motorsportliche Interesse der Bevölkerung nicht enttäuschen und nutze nun das Wasser der Elbe. So
war das Jahr 1957 das Geburtsjahr des 1. Internationalen Motorbootrennens auf dem Kornhauskurs auf der Elbe, als am 25. August 42 Fahrer aus drei Nationen in acht Rennbootklassen starteten.
Das 4. Dessauer Motorbootrennen 1960 war
das Rennen der Rekorde. Es starteten 109 Fahrer aus neun Nationen vor der Rekordkulisse von 30.000 Zuschauern.
Absoluter Höhepunkt für die sportbegeisterte Stadt war das Jahr 1969, als bei der 12. Internationalen Motorbootregatta die zweite WM der Klasse LX 1000 ausgetragen wurde. 19 Fahrer aus sechs Nationen, darunter der seinerzeit amtierende Weltmeister Carol Casalini aus Italien, kämpften um den Titel. Der Italiener fuhr mit dem Ford-Brabham-Rennmotor in zwei Runden die höchste Geschwindigkeit und schien mit seiner hohen Leistung unschlagbar. Der Weltmeister 1969 kam aber mit Rudolph Königer aus Dessau, der mit geringerer Motorleistung alle vier Läufe zu 72 km gleichmäßig absolvierte, während Casalini wegen einem Motordefekt einen Lauf nicht beenden konnte. Königer konnte es im Ziel kaum fassen, dass er nach Addierung der Einzelresultate aller Läufe die höchste Punktzahl hatte und Weltmeister wurde.
Das 27. Internationale Motorbootrennen 1990 stand hingegen unter einem schlechten finanziellen Stern, denn der Renntermin lag sechs Tage nach der Währungsunion. Auf Grund dessen waren Zuschauerzahlen von etwa 5.000 erschreckend gering und dementsprechend fielen auch die Eintrittseinnahmen aus. Im Gegensatz zur finanziellen Lage war die sportliche Beteiligung beim ersten internationalen Rennen nach der “Wende” sehr gut. Der Rennleitung war es gelungen, endlich wieder ein großes Fahrerfeld, nämlich 101 Fahrer aus acht Nationen, zur Teilnahme am Rennen zu gewinnen. Davon kamen allein 21 aus dem Westteil von Berlin bzw. aus den alten Bundesländern.
2003 fand nun die 40. Auflage des Motorbootrennens statt und die Tradition wird noch viele Jahre weiter leben.





