RÜCKBLICK    41. INTERNATIONALES MOTORBOOTRENNEN 2004

EM-LAUF FORMEL R-1000

In diesem Jahr gestaltet sich der EM-Lauf in der Klasse Formel R-1000 zunächst sehr abwechslungsreich. Der amtierende Europameister Bernd Majewski tritt nicht an, doch dafür meldet sich ein alter Bekannte zurück: der Engländer Jim Noone. Dementsprechend heiß her geht es auch. Der Lette Lotars Millers überschlägt sich an der Stelle, wo vor einem Jahr Andreas Schulze mit seinem Boot kenterte. Der erste Lauf wird abgebrochen und noch einmal gestartet. An der Spitze kämpfen Noone, Schulze, der deutsche Meister Lars Katzorke und der Favorit Reinhard Gerbert. Gerbert liegt wie gewohnt vorn, doch dahinter ist nicht wie erwartet Katzorke, sondern Schulze. Hinter Schulze fährt Noone, der jedoch bald von Katzorke eingeholt wird. Schulze schafft es bis zur letzten Runde vor Katzorke zu bleiben, doch dann geht ihm ein Kolben kaputt und er kann sich nur noch auf Platz drei retten. Im nächsten Lauf kämpft er nicht mehr mit, denn er hat ernsthafte Probleme und fällt schließlich aus. An der Spitze fährt dieses Mal Katzorke gefolgt von Noone. Dieser hält Altmeister Gerbert lange Zeit auf Abstand, doch dann fährt er auf Treibholz, beschädigt den Unterboden und Gerbert kann ihn problemlos überholen. Noone erreicht nur noch den dritten Rang. Den Rest des Tages kann er nicht mehr mitfahren, zu groß ist das Loch am Rumpf des Bootes. Schulze kriegt seine Probleme an diesem Wochenende auch nicht mehr in den Griff, somit bleiben für die letzten beiden Läufe nur noch Katzorke und Gerbert über. Den dritten Lauf gewinnt Gerbert und Katzorke fährt auf Platz zwei. Im letzten Lauf siegt Katzorke vor Udo Kaschube. Gerbert bekam Probleme mit seinem Boot und beendet das Rennen nicht. Nun sind Katzorke und Gerbert punktgleich. In solch einem Fall entscheidet die schnellere Runde über den Sieg. Diese hat ganz knapp Gerbert, der damit den ersten EM-Lauf 2004 gewinnt. Katzorke holt Silber und Kaschube Bronze. Schulze erreicht hinter MBC-Kollege Andreas Lodahl nur Rang neun.

WELTPOKAL OSY-400

Auch im Weltpokalrennen der OSY 400 geht es an diesem Wochenende spannend zu. Im ersten Lauf hat der deutsche Meister Knut Knape knapp die Nase vorn, vor dem Österreicher Oliver Lucas. Die beiden liefern sich die ganze Zeit ein heißes Duell, bis es Lucas in der letzten Runde an der unteren Wendeboje schafft, Knape zu überholen. In den nächsten zwei Läufen liegt eindeutig Lucas vorn, während Knape nur hinterher fährt. Auch um die Plätze drei und vier wird hart gekämpft. Einmal landet der Litauer Thomas Cesnys auf Platz drei und einmal Annika Gähler. Im dritten Lauf kommt Cesnys nicht ins Ziel und Gähler kann sich nochmals den dritten Rang sichern. Nach drei Läufen steht Oliver Lucas, dadurch dass er dreimal gewonnen hat, bereits als Sieger fest, weswegen er im vierten Lauf nicht mehr an den Start geht. Nun ist Platz für die Kämpfe um Platz zwei, drei und vier. Gähler nutzt Lucas’ Abwesenheit und holt sich den Sieg in einem Fotofinish. Cesnys wird mit 0,8 Sekunden Rückstand Zweiter und Knape kommt nur auf Rang drei. Knape wird mit 50 Punkten Vorsprung Zweiter, dahinter fahren Gähler auf den dritten Rang und Cesnys auf den vierten. Weniger Glück hatte an diesem Tag MBC-Fahrer Christian Stieler. Im ersten Lauf erreicht er nur den siebten Platz, im zweiten versagt die Technik und im dritten startet er zu früh. Einzig im letzten Lauf sieht es besser aus, hier fährt er auf Rang vier, womit es insgesamt immerhin für den achten Platz reicht.

O-250/ O-350

Überlegen stark scheint in der O-350 der deutsche Meister Mirko Halle zu sein. Mit großem Abstand fährt er im ersten Lauf als erster über die Ziellinie, kann sogar die 250-Konkurrenz hinter sich lassen. In der O-250 fährt Andreas Otto das Feld an. Verfolgt wird er von Torsten Gassan und Ingo Hepner. Das eigentlich schnellere Boot hat eindeutig René Behncke, doch Startprobleme lassen ihn im ersten Lauf nur auf Platz vier landen. Dirk Kott und Jörg Gleinert werden wegen falscher Bojenumfahrung disqualifiziert. Roman Schnaider fällt mit technischen Problemen aus und startet in den restlichen Läufen nicht mehr. Im zweiten Lauf sortieren sich noch mehr Fahrer mit technischen Problemen selbst aus. Unter ihnen Otto, was Gassan nutzt, um den zweiten Lauf für sich zu entscheiden. Auf den zweiten Platz fährt trotz andauernder Startprobleme René Behncke. In der O-350 siegt Jörg Gleinert im Boot des Vaters, Frank Gleinert vor Halle. Im dritten Lauf sieht es in dieser Klasse eigentlich genauso aus, doch Halle wird disqualifiziert, weil sich sein Auspuff vom Krümmer löste und drohte abzufallen. Dadurch kann er nur noch Gesamtrang zwei belegen und Gleinert ist Tagessieger. Von den O-250-Fahrern sind im letzten Lauf alle ausgefallen außer Ingo Hepner, der jedoch auch Probleme hat. Gemächlich fährt er seine Runden, Hauptsache ins Ziel kommen. Mit der wohl langsamsten Zieleinfahrt gewinnt er diesen Lauf und wird insgesamt Zweiter. Platz eins holt sich Gassan und Behncke wird Dritter.

DMYV T-550

In der T-550 geht es an der Spitze nicht ganz so spannend zu. Hier liegt klar der Dessauer Thiemo Wende in allen drei Läufen vorn. überlegen holt er sich den Tagessieg. Doch interessant sind die Kämpfe um die Plätze dahinter. Im ersten Lauf belegt Mandy Letztel Rang zwei, während sie im zweiten disqualifiziert wird. Stark ist auch der Dresdner Stefan Probst, der im ersten Lauf den dritten Platz holt, im zweiten den vierten und im letzten auf Rang zwei fährt. Insgesamt erreicht er den zweiten Platz. Newcomer Andreas Noack startet zu Beginn nicht ganz so gut und es reicht nur für Rang fünf, doch im zweiten Lauf holt er sich mit Hilfe der Disqualifikation von Julia Köstner und Mandy Letzel Platz zwei. Mit einem vierten Platz im dritten Lauf sichert er sich am Ende den vierten Platz.

Andreas Schulze: die Technik stoppt das eigentlich konkurenzfähige Boot des MBC- Piloten

Pech hat auch Lars Katzorke. Punktgleich mit Gerbert verliert er den Sieg wegen einer nur 0,42 Sek. langsameren Rundenbestzeit

Gewinner des ersten EM-Laufs der Formel R-1000 Reinhard Gerbert bei der Siegesfeier auf dem Treppchen

Oliver Lucas, als Favorit nach Dessau gekommen, sahnte beim Weltpokal mit drei Laufsiegen und Maximalpunktzahl ab

Fast hätte er nicht starten können, doch auch mit Leihboot kam MBC-Fahrer Christian Stieler nicht auf vordere Plätze

Neben Oliver Lucas stand Knut Knape auf dem Podium. Nach ihrem Unfall in Riesa, war auch Annika Gähler wieder vorn dabei

Ingo, der Glückliche. Als einziger kommt er im 3. Lauf ins Ziel. Sichert sich im Schne- ckentempo mit Motordefekt den Laufsieg

Trotz Dominanz nur Gesamtzweiter: Mirko Halle. Eine umstrittene Disqualifikation verhindert den Sieg des O-350-DM-Laufs

Die ersten Drei der Klasse O-250 auf dem Siegertreppchen. Torsten Gassan vor Ingo Hepner und René Behncke.

Thiemo Wende, bis jetzt auf klarem Titel- kurs. Mit Siegen in Riesa und Dessau ist er auf besten Weg zum Deutschen Meister

Im ersten Lauf noch vorn mit dabei, Eine Disqualifikation in Lauf 2 verhinderte für Mandy Letzel aber einen Podestplatz.

MBC-Fahrer auf Platz eins und zwei. Der Dessauer Nachwuchs rüstet sich für zukünftige Erfolge im Motorbootrennsport

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